Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht

In den frühen Morgenstunden des 10. Novembers 1938 wurde nicht nur in der Heidelberger Altstadt, sondern auch im Stadtteil Rohrbach die Synagoge von SA-Studenten gestürmt und in Brand gesteckt. Rohrbacher Jüdinnen und Juden wurden in Angst und Schrecken versetzt und das einzige damals noch bestehende Geschäft einer jüdischen Rohrbacher Familie verwüstet.

Seit 10 Jahren erinnert Rohrbach in einer eigenen von Stadtteilverein und punker e.V. organisierten Veranstaltung der Geschehnisse in dieser Nacht und die Menschen, die fliehen mussten, in Konzentrationslager kamen, misshandelt und ermordet wurden. Dieses Jahr wird Dr. Norbert Giovannini bei der Veranstaltung über „Gewalt und Entwertung im Kontext des Novemberpogroms 1938“ referieren. Giovannini beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem jüdischen Leben in Heidelberg. Er wurde für sein Engagement 2020 mit dem Obermayer German Jewish History Award geehrt, einem Preis, mit dem Einzelpersonen und Organisationen in Deutschland gewürdigt werden, die mit kreativem und uneigennützigem Engagement dazu beitragen, die jüdische Geschichte und Kultur in ihren Gemeinden zu bewahren und Hass, Vorurteilen und Antisemitismus entgegenzuwirken.

Jugendliche aus der katholischen Johannesgemeinde werden in diesem Jahr die Namen der Jüdinnen und Juden vortragen, die in Rohrbach gelebt haben. Anne Kloos und Charly Hanenberg rahmen die Gedenkfeier musikalisch.

Die Gedenkveranstaltung findet am 9. November, 18:00 Uhr am Alten Rathaus in Rohrbach in der Rathausstraße statt.

Das Foto zeigt die Synagoge in der Rathausstraße in Heidelberg Rohrbach