Angles Morts
Die Endlichkeit unseres Lebens im Blick zu haben, ist eine herausfordernde Aufgabe, dem Tod durch Sterben eines nahestehenden Menschen zu begegnen eine noch viel größere. Wenn aber Menschen sich selbst aus dem Leben nehmen, stellt das die Zurückbleibenden meist vor Abgründe. Die unterschiedlichsten Gefühle gilt es neben der Trauer zu durchleben, oft kann erst in langen und meist mühsamen Prozessen eine Versöhnung in den Blick kommen.
Am Freitag, 6. September 2024, 16 Uhr findet in der Jakobuskirche in Heidelberg Neuenheim eine Gedenkfeier für von Suizid Betroffene statt. Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz, Direktorin des Zentrums für Psychosoziale Medizin, eröffnet mit einem Grußwort mit Ihrer fachlichen Expertise die Veranstaltung, Frau Luisa Gerstenberger teilt Erfahrungen und Wissen aus ihrer Tätigkeit als Koordinatorin Selbsthilfe AGUS e.V. in Heidelberg und Herr Dekan Dr. Christof Ellsiepen, Dekan der Evangelische Kirche in Heidelberg, legt religiös-christliche Elemente in seinem Kurzbeitrag dazu. Die Feier wird musikalisch von Musik Christian Kurtzahn (Flügel) und Tilman Engelhardt (Saxophon) gestaltet, im Anschluss ist Möglichkeit zum Austausch und Verweilen.
Der Titel „Angles Morts“ ist einem Schild aus dem Straßenverkehr entnommen. Dies findet sich meist hinten an größeren Fahrzeugen und verweist auf die Gefahr des toten Winkels. Die beiden verantwortlichen Klinikseelsorgenden Martina Böffert und Heinrich Müller bieten Gedanken zum toten Winkel und Ideen zu blinden Flecken, möchten den Teilnehmenden Unterstützung bei ihren Bewältigungs- und Verarbeitungsprozessen geben, ein bisschen Labsal und in der Feier auch das Gefühl des gemeinsamen Tragens einer schweren Erfahrung.
Und noch ein Hinweis: Darüber sprechen hilft!
Scheuen Sie sich bitte nicht diese Information weiter zu geben.
Alle 57 Minuten nimmt sich ein Mensch selbst das Leben. Alle 5 Minuten findet ein Suizidversuch statt. In den letzten 10 Jahren starben über 97.000 Menschen durch Suizid. In den letzten 10 Jahren gab es in Deutschland weit über 1 Million Suizidversuche. In den letzten 10 Jahren sind in Deutschland zwischen 500.000 und 1 Million. Menschen von dem Suizid eines ihm nahe stehenden Menschen betroffen. Alle 9 Minuten verliert in Deutschland jemand einen nahe stehenden Menschen durch Suizid.
In Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen. Weit mehr als 100.000 Menschen neerleiden jedes Jahr den Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.
Um die Öffentlichkeit auf die weitgehend verdrängte Problematik der Suizidalität aufmerksam zu machen wird alljährlich der Welttag der Suizidprävention veranstaltet. Der Welttag der Suizidprävention wurde von der International Association for Suicide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation WHO das erste Mal für den 10. September 2003 ausgerufen.
