Ein ungleiches Paar
Vor dem Gasthaus Traube
erinnert eine Tafel an Joseph von Eichendorff und Katharina Förster. Dass ihre Liebe nicht von Dauer sein konnte, begründet diese Tafel unter anderem mit der Konfessionsverschiedenheit (er katholisch, sie evangelisch). Wer an diesem Text zwischen zwei Stationen des ökumenischen Unterwegsgottesdienstes vorbeikommt, empfindet vielleicht Dankbarkeit dafür, dass sowas heute kein Hinderungsgrund mehr sein muss. Ich schätze allerdings, dass es auch sonst nicht geklappt hätte, weil es Eichendorff damit doch nicht ernst genug war.
Für Rohrbach war es wahrscheinlich sogar günstig, denn sonst wäre das wehmütige Lied vom kühlen Grunde, in dem ein Mühlenrad geht, vielleicht nicht entstanden und überhaupt Eichendorff als berühmter Rohrbacher (der allerdings in Heidelberg wohnte) ausgefallen. Keine Eichendorffschule, keine -straße, kein -platz. Und natürlich kein Kätchen-Förster-Weg, den gibt es nämlich auch. Allerdings ungleich weniger repräsentativ als das, was Rohrbach ihrem Geliebten gewidmet hat, und mit deutlicher Verspätung. Denn der Kätchen-Förster-Weg liegt eher am Rande der heutigen Bebauung.
Wissen Sie, wo er verläuft?
Rauchverbot
OK – Ohne Kippe
, so steht es groß auf vielen Autos, die beim Eingang zur Rohrbacher Thoraxklinik geparkt auf ihren nächsten Einsatz warten. Dass ein Krankenhaus, in dem sicher viele Patienten an den Folgen des Rauchens sterben, eine Kampagne gegen das Rauchen führt, ist nur zu verständlich. Aber trotzdem ist das Klinikgelände keine raucherfreie Zone. Bei einem Spaziergang am Klinikzaun entlang sah ich einige Patienten ihrem Laster frönen - so hätte ich früher vielleicht formuliert. Und dabei gedacht, dass doch wenigstens an so einem Ort die Vernunft siegen müsste und das Rauchen unterbleiben könnte. Aber wer sich einige Zeit an den blauen Dunst
gewöhnt hat, kann den Entschluss, nicht zu rauchen, wohl nicht mehr so einfach umsetzen. Das ist anders als bei der Entscheidung für eine Schutzimpfung, die könnten auch impfskeptische Menschen irgendwann durch einen mutigen Willensakt treffen. Aber ein Raucher muss sich, um abstinent zu werden, ständig, vielleicht lebenslang immer wieder gegen den Griff zur Zigarette entscheiden. Zudem ist die Freiheit einer solchen Entscheidung durch die Abhängigkeit vom Suchtstoff eingeschränkt. Die Redeweise dem Laster frönen
ist wirklich eine Verharmlosung.

Wissen Sie, wo dieses Schild genau hängt?
