Auf dem Weg von Melanchthon zu St. Johannes

- 10.10.2021 - 

Zwischenstationen beim Unterwegsgottesdienst

Der direkte Weg von der evangelischen Melanchthonkirche zur katholischen St.-Johannes-Kirche ist nicht weit. Aber es lassen sich kleine Umwege einbauen, die dazu einladen, Personen und Orte der Rohrbacher Geschichte und Gegenwart zu besuchen.

Ein ungleiches Paar

Vor dem Gasthaus Traube erinnert eine Tafel an Joseph von Eichendorff und Katharina Förster. Dass ihre Liebe nicht von Dauer sein konnte, begründet diese Tafel unter anderem mit der Konfessionsverschiedenheit (er katholisch, sie evangelisch). Wer an diesem Text zwischen zwei Stationen des ökumenischen Unterwegsgottesdienstes vorbeikommt, empfindet vielleicht Dankbarkeit dafür, dass sowas heute kein Hinderungsgrund mehr sein muss. Ich schätze allerdings, dass es auch sonst nicht geklappt hätte, weil es Eichendorff damit doch nicht ernst genug war.

Für Rohrbach war es wahrscheinlich sogar günstig, denn sonst wäre das wehmütige Lied vom kühlen Grunde, in dem ein Mühlenrad geht, vielleicht nicht entstanden und überhaupt Eichendorff als berühmter Rohrbacher (der allerdings in Heidelberg wohnte) ausgefallen. Keine Eichendorffschule, keine -straße, kein -platz. Und natürlich kein Kätchen-Förster-Weg, den gibt es nämlich auch. Allerdings ungleich weniger repräsentativ als das, was Rohrbach ihrem Geliebten gewidmet hat, und mit deutlicher Verspätung. Denn der Kätchen-Förster-Weg liegt eher am Rande der heutigen Bebauung.

Wissen Sie, wo er verläuft?

Rauchverbot

OK – Ohne Kippe, so steht es groß auf vielen Autos, die beim Eingang zur Rohrbacher Thoraxklinik geparkt auf ihren nächsten Einsatz warten. Dass ein Krankenhaus, in dem sicher viele Patienten an den Folgen des Rauchens sterben, eine Kampagne gegen das Rauchen führt, ist nur zu verständlich. Aber trotzdem ist das Klinikgelände keine raucherfreie Zone. Bei einem Spaziergang am Klinikzaun entlang sah ich einige Patienten ihrem Laster frönen - so hätte ich früher vielleicht formuliert. Und dabei gedacht, dass doch wenigstens an so einem Ort die Vernunft siegen müsste und das Rauchen unterbleiben könnte. Aber wer sich einige Zeit an den blauen Dunst gewöhnt hat, kann den Entschluss, nicht zu rauchen, wohl nicht mehr so einfach umsetzen. Das ist anders als bei der Entscheidung für eine Schutzimpfung, die könnten auch impfskeptische Menschen irgendwann durch einen mutigen Willensakt treffen. Aber ein Raucher muss sich, um abstinent zu werden, ständig, vielleicht lebenslang immer wieder gegen den Griff zur Zigarette entscheiden. Zudem ist die Freiheit einer solchen Entscheidung durch die Abhängigkeit vom Suchtstoff eingeschränkt. Die Redeweise dem Laster frönen ist wirklich eine Verharmlosung.

Also ist es den Bedürfnissen der dortigen Patienten geschuldet, dass gar nicht weit von den OK-Autos ein wettergeschützter Raucherbereich auf dem Thoraxklinikgelände zu finden ist. Ein pensionierter Arzt hat einmal erzählt: Wenn Patienten mit Alkoholsucht wegen einer anderen Erkrankung im Krankenhaus sind, muss für sie schon mal Hochprozentiges besorgt werden - aus ganz ähnlichem Grund. Gleichwohl gibt es im Raucherbereich auf dem Thoraxgelände das hier abgebildete Verbotsschild. Rauchverbot im Raucherbereich? dachte ich zunächst, bis ich erkannte, welches Problem die abgebildete Person neben dem Rauchen noch hat: Sie muss Sauerstoff zugeführt bekommen. Das ist wohlmöglich eine Folge des Rauchens und zugleich brandgefährlich, wenn es mit dem Rauchen zusammentrifft.

Wissen Sie, wo dieses Schild genau hängt?